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Aus derwesten.de: Vortrag: "Nicht alle müssen Abi machen"

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Volmarstein. „Beste Bildung für jedes Kind“, forderte Ralph Näscher, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Wetter, zu Beginn der CDU-Veranstaltung im Burghotel Volmarstein zum Thema „Schule“. Und er plädierte für den Konsens: „Wir brauchen Einigkeit, der Weg muss gemeinsam gegangen werden.“

Anschließend referierte der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Professor Thomas Sternberg,

zum Thema „Individuelle Förderung - Verbundschule statt ‚Gemeinschaftsschule’“. Das höchst umstrittene Thema, das derzeit die Gemüter erhitzt, lockte rund 50 Gäste an, darunter auch die frühere Landtagspräsidentin Regina van Dinther. „Die Frage der Schulform ist nicht das Wesentliche, sondern was an den Schulen passiert“, so Sternberg. Er hält es für einen „ganz groben und gravierenden Fehler“ zu glauben, alle müssten das Abitur machen.


Nobelpreisträger und Handwerker wichtig

Es sei ein Vorurteil, dass es zu wenig Hochschulabsolventen gebe, wenn man von den fehlenden Ingenieuren absehe. Man brauche zwar Nobelpreisträger und Experten, aber auch exzellente Handwerker. Gerade Handwerksmeister wünschten sich in erster Linie junge Leute mit guten Abschlüssen. Dies müssten nicht unbedingt Abiturienten sein, die nach drei Jahren wieder weg seien. Auch bei Banken und Versicherungen seien nur ein Viertel der Beschäftigten Abiturienten.

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Oft werde der Eindruck vermittelt, alle würden aufs Gymnasium gehen. „Weit gefehlt“, so Sternberg. Von 1 180 000 Schülern an NRW-Schulen in der Sekundarstufe I seien vor zwei Jahren 31,8 Prozent zum Gymnasium gegangen. 62,4 Prozent verteilten sich auf Haupt-, Real- und Gesamtschule. 25 Prozent der Abschlüsse in 2010 wären das Abitur gewesen. Dem stünden in 40 Prozent der Abschlüsse die Fachoberschulreife entgegen. Bereits jetzt sei gravierender Facharbeitermangel zu beklagen.

Der starke Geburtenrückgang sei ein Problem, so Sternberg. „Wir brauchen jedes Kind, jede Begabung muss gefördert werden.“ Jedes Kind müsse in seinen Anlagen optimal gefördert werden. Das, was für Hauptschüler gut gemacht werde, müsse gehalten werden, egal wie das Dach darüber heiße. Er forderte, Schulen müssten mindestens zwei Klassen mit jeweils 20 Schülern bereit stellen. Ein Schulangebot müsse die Sekundarstufe I am Ort vorhalten, und die Durchlässigkeit zwischen den Angeboten müsse erhalten bleiben. Es gebe keinen Grund, gut arbeitende Schulen zu schließen. Da, wo es aber nicht möglich sei, brauche es neue Schulen.


Quelle:  http://www.derwesten.de/staedte/wetter/Nicht-alle-muessen-Abi-machen-id4795187.html

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