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Geburtshilfe bundesweit bedroht

Aus Berlin

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat Mitte Februar zugesagt, den Hebammen ab dem Sommer finanziell unter die Arme zu greifen, und sodann gemeinsam mit deren Verbänden eine langfristige strukturelle Lösung zu erarbeiten. Ein entsprechendes Krisengespräch war nötig geworden, weil die Haftpflichtversicherer der Hebammen angekündigt hatten, sich ab Sommer 2015 vollständig vom Markt zurückzuziehen.

Für den ländlichen Raum wäre dies mit schwerwiegenden Folgen verbunden gewesen, wie man an einem Beispiel aus Nordfriesland sehen kann: Nach der Schließung der Geburtsstation der Asklepios-Nordseeklinik auf Sylt zu Beginn diesen Jahres ist nun auch die nächstgelegene Geburtsstation in Niebüll von der Schließung bedroht. Durch die Kündigung von Versicherungen können die Hebammen den Betrieb zu den derzeitigen Konditionen nicht mehr fortsetzen. Diese Problematik bedroht die Geburtshilfe inzwischen deutschlandweit und flächendeckend. Das Thema ist so brisant, dass es sogar im Koalitionsvertrag angesprochen wurde. Dort heißt es: „Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig. Wir werden daher die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen beobachten und für eine angemessenen Vergütung sorgen.“

Diese Ankündigung muss nun um- gesetzt werden. Es ist gut, dass der Mi- nister sich öffentlich dazu bekannt hat, dieses Problem zur Chefsache zu machen. Wir brauchen eine grund- sätzliche Lösung, um eine flächende- ckende Geburtshilfe mit Hebammen und Gynäkologen sicherzustellen.

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